"Dem gebe ich nicht die Hand!"

Störungen haben immer Vorrang.

Kennst du das: Du forderst deine Kindergruppe auf einen Handkreis zu machen. Der Kreis will und will sich nicht schließen. Die Kinder werden schon unruhig und dich nervts. "Was ist da los? Bitte gebt euch ALLE die Hände!" Die wiederholte Aufforderung nützt nichts. Der Kreis schließt sich nicht, weil Sarah dem dunkelhäutigen Piedro nicht die Hand geben möchte. "Sarah, gib Piedro endlich die Hand, wir wollen doch gemeinsam tanzen!"

 

"Dem gebe ich nicht die Hand. Der ist schmutzig."

 

Bum. Was passiert? Wie reagierst du als Kindergruppen-Leitung?

 

Ich sag dir mal, wie ich es vor gefühlten 100 Jahren gelernt habe und nach wie vor laufend erlebe. Das höchste Prinzip der Kindergruppenleitung lautet: "Wir haben uns alle lieb". Was gleichbedeutend ist mit: "Störungen kann ich nicht gebrauchen" und "persönliche Weiterentwicklung ist nicht erwünscht".

 

Also wird Sarah forsch gemaßregelt: "So was sagt man doch nicht! Das ist ein Blödsinn. Wie würdest du das finden, wenn man das zu dir sagt? Entschuldige dich bei Piedro und gebt euch die Hand. Jetzt machen wir endlich weiter." Du kennst das alles.

 

Der Wahnsinn bei dieser Reaktion ist, dass das Kind, das ausgegrenzt und verletzt wurde, nicht beachtet wird. 

 

Was gesagt ist, ist gesagt. Die Botschaft "Der ist schmutzig!" kam klar und deutlich bei seinem Empfänger an - mitten ins Herz. Reagierst du hilflos oder autoritär, wie oben beschrieben, dann passiert vor allem eins: das Gesagte schwebt in der Luft und bleibt da, das bereits ausgegrenzte Kind wird noch mehr ins Abseits gedrängt, da es von der wichtigsten Person, nämlich von dir, nicht beachtet und geschützt wurde. Außerdem schwächst du mit deinem Verhalten deine eigene Position als Gruppenleitung.

 

Was kannst du tun?

"Der gebe ich nicht die Hand, die hat so eine komische Haut.", "Die schwarze Haut färbt ab.", "Der stinkt.", oder "Den mag ich nicht, der drückt die Hand so fest."... Das Kinder sich nicht berühren, oder die Hand nicht geben möchten passiert immer wieder. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

 

Es ist wichtig, dass du sofort reagierst. 

 

Gib das Stopp-Signal, z.B. hebst du ein rotes Tuch. Dieses Signal setzt du immer ein, wenn eine Störung eintritt. Alle wissen Bescheid, die Kinder kommen zu dir und setzen sich auf den Boden.

 

Kommt es zu einer diskriminierenden Situation ist das oberste Prinzip: Du wendest dich ZUERST dem ausgegrenzten Kind zu:

 

"Mensch Piedro, das hat dir gerade weh getan, oder?" Es stimmt nicht, was Sarah gesagt hat. Du bist nicht schmutzig, es ist gemein, dir deshalb nicht die Hand zu geben." Du machst damit deutlich, dass du Ausgrenzung nicht akzeptierst.

 

Mit Infos auf der Sachebene hilfst du Kindern vorhandene Unterschiede zu verstehen und Gemeinsamkeiten zu erkennen.

 

"Sarah, du meinst Piedros Hautfarbe, oder? Schaut mal, jeder hat eine bestimmte Hautfarbe wenn er auf die Welt kommt. Piedros ist braun und wie ist das bei euch?" Komm mit den Kindern ins Gespräch. Erforscht eure Haut, manche haben Sommersprossen, Muttermale, einen sehr hellen oder dunkleren Teint. 

 

Mit Kindern zu arbeiten erfordert regelmäßige Selbstreflexion. Zuallererst musst du selbst verstehen, welche Wirkung deine kulturelle Prägung auf dein Denken und Handeln hat. Niemand ist Vorurteilsfrei. 

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Gib dein Bestes & hab viel Spaß dabei!

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