Diversität & Kreativer Kindertanz

Buben mit lackierten Nägel sind nicht erwünscht!?

Letzte Woche beim Workshop "Tanzendes Bilderbuch - It´s okay to be different" für pädagogische Fachkräfte in Salzburg hörte ich eine Geschichte, die mich nachdenklich machte. 

 

Eine Teilnehmerin erzählte in der Gruppe:

"Ich lackiere mir gerne die Nägel. Meinem 5-jährigem Sohn gefällt das. Darum lackieren wir auch immer wieder mal seine. Als er in die Krabbelgruppe ging, war das kein Thema. Sein Betreuer hat nie etwas dazu gesagt. Aber im Kindergarten ist es plötzlich ein Problem. Als ich meinen Sohn letztens abholte, sagte seine Betreuerin zu mir, dass mein Kind zukünftig nicht mehr mit lackierten Nägeln in den Kindergarten kommen soll. Die anderen Kinder würden ihn deshalb hänseln und ausschließen."
 

Das Ende der Geschichte ist, dass die Mutter klein beigab.

Wer möchte schon mit der Betreuerin seines Sohnes einen Werte-Konflikt austragen?

Schließlich ist man von der Betreuung abhängig.

Keine Mama möchte, dass ihr Kind von anderen Kindern und - wie in diesem Fall sehr deutlich wird - auch von der pädagogischen Fachkraft selbst ausgeschlossen wird. 

Der Bub, der an lackierten Nägeln seine Freude hatte, hierbei geht es auch um eine Gemeinsamkeit mit seiner Mama, durfte nicht mehr mit lackierten Nägeln den Kindergarten besuchen.

Na Bumm

Um was geht´s hier eigentlich???
🤔

victim blaming in kindergruppen

 

Beim Verhalten der Kindergarten-Fachkraft handelt es sich um eine klassische Täter-Opfer-Umkehr (Victim Blaming).

 

Was bedeutet das?

 

Victim Blaming bezieht sich auf alle Menschen.

 

Konkret in der Arbeit mit Kindern bedeutet das, dass Kindern, die Opfer von Übergriffen, Ausgrenzung, weggenommenem Spielzeug, etc. werden, eine Mitschuld an der Situation gegeben wird. 

 

Typische Beispiele für Victim Blaming im Kindergarten:

 

Schuldzuweisung: 

"Wenn du das Spielzeug nicht weggenommen hättest, hätte er dich nicht gehauen."

Diese Aussage rechtfertigt die Gewalt.


Relativierung: 

"Du bist aber auch immer so provozierend/laut/wild".


Anpassungsdruck: 

"Hättest du eben geteilt, dann hättest du das Problem jetzt nicht".


Schuldumkehr bei Mobbing: 

Dem betroffenen Kind wird vorgeworfen, durch sein Verhalten (z.B. Schüchternheit) Mobbing zu fördern, anstatt die Dynamik zu unterbinden.

 

Alle diese Beispiele und der Klassiker „Warum hast du dich nicht gewehrt?“  verlagern die Verantwortung vom Verursacher auf das betroffene Kind👊

 

Am Beispiel mit den lackierten Nägeln stellt sich die Täter-Opfer-Umkehr so dar:

  • Der Junge kommt mit lackierten Nägeln in den Kindergarten.
  • Er wird deswegen von den anderen Kindern gehänselt und ausgeschlossen.
  • Der Junge bringt mit den lackierten Nägel die Gruppe in Aufruhr.
  • Aufruhr stört und Störungen sind immer anstrengend.
  • Darum braucht es eine rasche Lösung damit der Spuk schnell vorbei ist.
  • Man sucht nach dem Schuldigen. Wer löst den Aufruhr aus? Der Junge mit den lackierten Nägeln.
  • Was ist der schnellste Weg des geringsten Widerstandes?
  • Ein kurzes Gespräch mit einer Mutter. Eine klare Ansage und die Störung wird eliminiert
  • Der Junge kommt nicht mehr mit lackierten Nägeln in den Kindergarten. 

Und alle haben sich lieb🙀😬☠️

welche folgen hat victim blaming bei kindern?

Wenn ich mich ehrlich hinterfrage bin ich mir sicher, dass ich in den Jahrzehnten, in denen ich mit Kindern arbeite, schon mehrmals Victim Blaming betrieben habe.

 

Der lapidare Satz "Ach so schlimm ist es eh nicht. Die anderen haben es sicher nicht so gemeint."  ist mir jedenfalls schon rausrutscht.

 

Ich schützte die Täter und nicht das Opfer-Kind🤦‍♀️

 

Das macht Victim Blaming mit Kindern: 

  • Victim Blaming vermittelt Kindern, dass sie für Angriffe selbst verantwortlich sind.
  • Das betroffene Kind fühlt sich schuldig, schämt sich und traut sich seltener, Hilfe zu suchen.
  • Victim Blaming untergräbt das Selbstwertgefühl und entlastet die Täter.
  • Victim Blaming verhindert, dass Kinder lernen, Grenzen zu respektieren und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
  • Das Opfer-Kind lernt, dass sein Leid gerechtfertigt sei.

warum passiert victim blaming?

Hier ein paar Auslöser von Victim Blaming, die dich in diese Verhaltensfalle rutschen lassen und sicher nicht alle Befindlichkeiten abdecken:

  • Du bist gestresst und die Störung überfordert dich in dem Moment.
  • Du möchtest mit deinem geplanten Programm straff weitermachen.
  • Du willst dich schon gar nicht vor Kolleginnen, oder den Eltern blamieren.
  • Du hast keine unterstützenden Kolleginnen, die dich rasch entlasten, damit du dich konzentriert mit den "Konflikt-Kindern" beschäftigen kannst.
  • Du bist genervt weil zum 100sten Mal immer das gleiche Kind zu dir kommt und "jammert", dass diese oder jene Kinder ihm etwas angetan haben. 
  • Du trivialisierst Konflikte z.B. als „normales Raufen“.
  • Du möchtest Ordnung herstellen, ohne die Dynamik genau zu verstehen. 
  • Friede, Harmonie und Ruhe stehen über allem. Diese Einstellung erschwert ein proaktives, konstruktives Verhalten bei Konfliktbewältigungen. Mit der "Friede, Freude, Eierkuchen Mentalität" wirst du in deiner Arbeit und im Privatleben an Grenzen stoßen, die für keinen der Beteiligten befriedigend sind.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt, den es sich lohnt, ernsthaft zu hinterfragen:

  • Du findest das schlichtweg unpassend, dass Buben lackierte Fingernägel haben, weil du eine klare Vorstellung von Geschlechterrollen hast.
  • Du verspürst selbst eine Ablehnung gegen das Verhalten und verstehst daher die Ausgrenzung der anderen Kinder diesem Jungen gegenüber🫣

 

Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es nun für dich als pädagogische Fachkraft, als Kinderbetreuerin, als Mama, als Verantwortliche gegenüber Kindern und in der Kommunikation mit den Eltern?

 

Und wie kannst du mit Kreativem Kindertanz & Bewegter Sprachförderung eine Vertrauensbasis schaffen, die euch offen und ehrlich über alles plaudern lässt?

Bilderbuch: Todd Parr: It´s okay to be differnt, Hachette Book Group USA, 2009

 

🥁Das tanzende Bilderbuch-Programm "It´s okay to be different" hilft Empathie und kritisches Denken zu fördern, um Diskriminierung entgegenzuwirken. Du möchtest alle Ideen aus dem kunterbunten Programm? Et voilà

 

"It´s okay to be different"

 Das PDF Workbook zum tanzenden Bilderbuch-Programm

 

25 Bewegungs-, Sprach-, Tanz- & Kreativimpulse

Die variantenreichen Impulse lassen sich auf viele weitere Bilderbücher übertragen.

 

Lustvolle Sprachimpulse, die zum Nachdenken, Plaudern und Diskutieren einladen.


Einfache & lustige Ideen für Elternabend & Sommerfest

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Die Musikstücke kannst du für viele weitere deiner Programme einsetzen.

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22 Seiten prall gefüllt € 20,00 

 

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3 Tipps wie du herausforderungen mit kindern konstruktiv bewältigen kannst

In einer modernen, vorurteilsbewussten Pädagogik mit viel Herz ist die Reaktion klar:
Bleib gelassen - wenn das immer so einfach wäre🙃- und bestärke.

1. Prüfe deine eigene Haltung

 

Neutralität bewahren

Bewerte und korrigiere nicht. Lackierte Nägel sind eine Form der Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Nagellack hat kein Geschlecht und ist für Kinder oft schlicht ein Mittel zum kreativen Selbstausdruck.

 

Professionalität

Agiere in einer professionellen Haltung als pädagogische Fachkraft. Recherchiere und bilde dich weiter. Wenn Buben sich die Nägel lackieren möchten, sind das auch Experimente mit Rollenbildern die Teil einer gesunden psychosexuellen Entwicklung sind. Diese Erklärung ist vielleicht auch für Eltern oder Kolleginnen interessant, die mit dem Thema ihre Probleme haben.


Bestärkendes Feedback

Ein kurzes „Ah du hast deine Fingernägel lackiert. Wie hast du das gemacht?“ signalisiert dem Kind, dass es so, wie es ist, akzeptiert wird und das du dich dafür interessierst. 

2. Moderation in der Kindergruppe

Stereotype aufbrechen

Mit Erklärungen wie „Farben sind für alle da“ oder „Jeder darf sich so schmücken, wie er möchte“ positionierst du dich klar und du hilfst damit den Kindern, Vielfalt als Normalität zu begreifen. 

 

Schutz vor Ausgrenzung

Es ist definitiv deine Aufgabe als pädagogische Fachkraft ein Klima der Toleranz zu schaffen und die Kinder vor Ausgrenzungen in jeglicher Form zu schützen. Das ist nicht immer einfach. Tipp 3 hilft dir dabei.

 

 

3. Tanzendes Bilderbuch "It´s okay to be different"

 

Schaffe eine Kommunikation auf Vertrauensbasis. 

Wie schaffst du es Kinder vor Ausgrenzungen zu schützen in einer Gesellschaft in der Kinder mit Vorurteilen und Rassismus aufwachsen? Je offener und lustvoller du mit deiner Kindergruppe umgehst, desto vertrauensvoller und freier werden die Kinder - und die Eltern - ihre Erlebnisse, Gefühle Wünsche und Sorgen mit dir teilen. Weil sie schlichtweg keine Angst haben von dir verurteilt zu werden. Das tanzende Bilderbuch-Programm "It´s okay to be different" fördert Empathie und kritisches Denken, um Diskriminierung entgegenzuwirken. 

 

 Tolle Impulse für die Sprachförderung, Sensorik, Bewegung & Musik bekommst du auch beim Workshop:

 

Qualmende Socken & Fliegende Haare

Mit kreativen Choreos das Sommerfest rocken!

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15.04. 

ZEKIP Land Salzburg

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Fr.24.04.

KBW Traunstein 

tanzendes bilderbuch "it´s okay to be different"

Bild: Todd Parr: It´s okay to be different; Hachette Book Group USA, 2009

 

Ich habe das tanzende Bilderbuch-Programm in Feriengruppen, Kindergärten und Volksschulen durchgeführt und dabei sehr berührende Momente erlebt.

 

Armut, Behinderung, Sprachlosigkeit, Verlierer sein, eine zu große Nase haben, sich selbst etwas Gutes tun, u.v.m.

 

Es geht darum, dass manches im Leben nicht zu bewerten ist, weil es einfach so ist wie es ist. "It´s okay!"

 

Bei dem kunterbunten Programm werden herausfordernde Alltagsthemen mit allen Sinnen bespielt, ertanzt, kreativ gestaltet und diskutiert.

 

Hier schenke ich dir einen Impuls aus dem Programm zum Thema "Aussehen".

 

LANGE OHREN: RICHTUNGSHÖREN

 

Musik

Material

Triangel

Augenbinden

 

Anleitung

 "It´s okay to have BIG ears. Was ist denn hier okay?"

 

Die Kinder kommen rasch auf das Thema der langen Ohren. Betrachtet gegenseitig eure Ohren. Wie sehen sie aus, wie sind sie geformt, etc. Dann geht ihr los, kreuz und quer durch den Raum, jeder in seinem Tempo.

 

Du forderst die Kinder auf:

„Du suchst dir deinen besten Platz im Raum. An deinem Lieblingsplatz bleibst du stehen.“

Gehe selbst herum und stoppe an einem Platz.

 

  • Das kann ein bisschen dauern bis jeder seinen besten Platz gefunden hat.
  • Stellt euch gut und aufrecht hin und atmet gemeinsam tief ein und aus. 
  • Jedes Kind entscheidet, ob es die Augen schließt, oder verbinden möchte.
  • Einer von euch hat ein Triangel.
  • Wenn alle die Augen geschlossen haben wird die Triangel geschlagen.
  • Alle bewegen sich in die Richtung, von der der Klang kommt.
  • Solange bis die Triangel ein zweites Mal geschlagen wird.
  • Dann stoppen alle.
  • Die Augen werden geöffnet und ihr prüft, wie nah ihr an dem Triangel seid.

 

Gesprächsimpuls

„Egal wie groß oder klein deine Ohren sind, sie hören gut oder weniger gut. Wie kann das sein, dass manche näher oder nicht so weit an dem Triangel sind?“

Findet mögliche Antworten: Konzentrationsfähigkeit, Nebengeräusche, Stille, ein krankes / schmutziges, verstopftes Ohr, etc. 

 

 Was wäre, wenn du Kindertanz & Sprachförderung in einem bunten Rahmen anleitest, der jedes Kind aufblühen lässt?

 

8. HAPPYFEET 

Kreativer Kindertanz & Bewegte Sprachförderung

TRAINERINNEN - AUSBILDUNG

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Start: 10.07.26

Salzburg & Online

 FRÜHBUCHER bis 31.05.26🚀

 

Du hast bis hierher gelesen?

 

Vielen Dank!

 

Ich bin mittlerweile seit 25 Jahren Referentin mit dem Schwerpunkt "Diversität". Ich brenne für dieses Thema weil´s so menschelt und immer wieder zum Vorschein bringt, dass viele Probleme einfach gelöst werden könnten  -

 

Miteinander über Gott und die Welt reden!

 

Und das am besten beim Essen, Trinken und Tanzen🦜🎷💃

Lass dir gut gehen,

herzlichst,

P.S.: Schreibe mir gerne HIER, wenn´s dir in den Fingern juckt.

P.P.S.: Deine engagierte Kolleg*in kann auch gute Tipps brauchen? Dann leite den Blogartikel gerne weiter 🚀

Qualmende Socken & Fliegende Haare

Mit kreativen Choreos das Sommerfest rocken!

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15.04. 

ZEKIP Land Salzburg

24.04.

KBW Traunstein

 

 Fortbildung

Teamtage

Inhouse-Schulungen

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Für pädagogische Fachkräfte & Teams

 

 8.HAPPYFEET

Kreativer Kindertanz & Bewegte Sprachförderung

Trainerinnen - Ausbildung

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Start: 10.07.26

Salzburg & Online